Stiftung Kai Dikhas
Prinzenstraße 84
10969 Berlin – Kreuzberg
BARRIEREFREIHEIT
rollstuhlgerechte Zugänglichkeit
EINTRITTSPREISE
Eintritt frei
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Stiftung Kai Dikhas
24.03.2023
19 Uhr
Talk / Vortrag
Andar para Existir / Zu laufen, um zu existieren
Eine Debatte über Identitäten, Erinnerung und Fotografie

Lorenzo Armendáriz erinnert sich an die großen Hände und Ringe seines Großvaters. Er war ein großer, dunkler Mann, der in einem Lastwagen lebte und “El Húngaro” (der Ungar) genannt wurde. Als Kind besuchte er ihn, aber erst als Erwachsener erfuhr er, dass er nicht aus Ungarn stammte, sondern Teil der mexikanischen Roma-Gemeinschaft war. Sein Fotoprojekt, eine innere Suche nach seinen persönlichen Spuren und dem Porträt der Roma-Kultur, die in Lateinamerika trotz ihrer jahrhundertealten Wurzeln wenig bekannt ist, entstand aus dieser Unruhe heraus. Seine Schwarz-Weiß-Bilder tauchen in das Leben und die Geschichte von Roma-Familien in Mexiko und Südamerika ein und spielen mit Schatten, Reflexionen und Atmosphären, um die Fotos zu lebendigen, kontextualisierten Dokumenten zu machen, die darauf abzielen, Stereotypen aufzubrechen. "Ich wollte das romantische und Boheme-hafte Bild des Roma entmystifizieren und seinen Platz in der Geschichte des Landes rechtfertigen", sagt er. Anhand der Fotografien von Armendáriz wollen wir einen Dialog über Fotografie, die Konstruktion von Identitäten und den Kampf gegen Unsichtbarkeit und Diskriminierung mit den Blicken von drei zeitgenössischen Roma-Visuelle Künstlern führen.

Mit Lorenzo Armendáriz (Fotograf und Anthropologe, Mexiko), Valerie Leray (Künstlerin, Fotografin und künstlerische Leiterin des Künstlerbündnisses la mire , Frankreich) und André André Raatzsch (Künstler und Leiter des Referats Dokumentation am Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Deutschland).

>> Die Veranstaltung wird auf Deutsch und Englisch abgehalten und übersetzt.


Stiftung Kai Dikhas in Zusammenarbeit mit dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma